Die Umgebung der Bikehütte
- auch ein Genuss für Naturfreunde

Zu jeder Jahreszeit bietet die Lage der Bikehütte reizvolle Impressionen.

Ortstypisch für das Erzgebirge und doch vielfältig sind hier Fauna und Flora. Man braucht sicht nicht groß von der Bikehütte zu entfernen, um mit offenen Augen und Ohren viele interessante Sachen zu entdecken. Alle nachfolgenden Beispiele sind in unmittelbarer Nähe der Bikehütte bei Wanderungen gesehen und festgehalten worden.

Pflanzen

Stellvertretend für die vielen Arten, die in den umliegenden Wald- und Wiesengebieten heimisch sind, möchte ich zum Beispiel die Brunnenkresse (lat. Nasturtium officinale) erwähnen.

Die Brunnenkresse hat eine Vorliebe für sauberes und langsam fließendes Wasser, weswegen sie nicht allerorten anzutreffen ist. Sie enthält viele Mineralien, Kalium, Eisen und Jod sowie viel Vitamin A,C, D.Ein wichtiger Bestandteil ist in der Kresse in Form von Senföl-Glykosid enthalten. In der Naturheilkunde wird die Kresse daher gern bei Frühjahrs- und sog. Entschlackungskuren sowie als Salat zubereitet verwendet.

Ein Vorkommen der Brunnenkresse ist nicht weit von der Bikehütte im Wald Richtung Kohlhaukuppe anzutreffen. Mein Tip: eine äußerst wohlschmeckende Kräuterbutter lässt sich prima damit herstellen. Für ein am Lagerfeuer frisch geröstetes Brot mit dieser Kräuterbutter lässt man alles andere stehen.

Doch auch einfache, aber interessante und schöne Pflanzen kann man bei Wanderungen überall im Gebiet entdecken.

Ein Beispiel: Das Wilde Stiefmütterchen (lat. Viola tricolor) Es heißt im Volksmund auch Ackerstiefmütterchen, Dreifaltigkeitskraut, Frauenschühlein oder Samtblümlein. Es gehört zur Familie der Veilchengewächse und ist in Europa und Asien weit verbreitet. Man findet es häufig auf Wiesen, Hügeln oder Äckern.

Wussten Sie eigentlich, dass es im Mittelalter gegen Epilepsie von Kindern eingesetzt wurde? Heute macht die Naturheilkunde oftmals Teeaufgüsse davon. Verwendet wird das Wilde Stiefmütterchen bei Hauterkrankungen, Katharren der Atemwege, Halsentzündungen, Fieber, Rheuma und mehr. Es wirkt harntreibend und stoffwechselfördern.

Eine ganze Menge für so ein kleines Blümchen, oder?

Tiere

Im hier ortstypischen Nadel- und Mischwald kann man u.a. auch eine äußerst toll aussehende Raupe finden. Es handelt sich hierbei um die Raupe des Streckfußes (lat. Calliteara pudibunda), oder auch Rotschwanz oder Buchenrotschwanz wegen seines roten Haarbüschels am Hinterende der Raupe genannt. Dieser mittelgroße Nachtfalter ist häufig in Buchenwäldern anzutreffen, weil die Raupe an Laubbäumen, gerne an Buchen, frisst. Er gehört zur Familie der Trägspinner und die Raupe ist echt eine nähere Betrachtung wert, oder nicht?

Wer sich leise und vorsichtig in den die Bikehütte umgebenden Wälder und Wiesen bewegt, kann das Glück haben, eine besondere Eidechse anzutreffen. Die Blindschleiche (lat. Anguis fragilis) ist keine Schlange, sondern gehört zur Familie der Schleichen. Der Name rührt nicht daher, das sie blind ist, sondern stammt wahrscheinlich vom Althochdeutschen „Plintslicho“, also blendender Schleicher. Sie wurde wohl wegen ihrer bleiglänzenden Färbung so genannt, manche Metallerze heißen übrigens auch „Blende“. Das tag- und dämmerungsaktive Tier frisst hauptsächlich Nacktschnecken und Regenwürmer, vereinzelt auch Insekten und Spinnen. Diese eierlegende (bei der Geburt platzen die Eier auf, also doch halb lebendgebärend) Eidechsenart steht, wie auch alle Schlangen hierzulande, unter Naturschutz.

Falls Sie eine sehen, achten Sie mal darauf: im Gegensatz zu Schlangen hat sie bewegliche Augenlider!

Wer abends in der Hütte zum offenen Fenster das Licht anlässt, kann durch dieses langbeinige Wesen gestört werden.Keine Angst, es sticht nicht, es beißt nicht. Dieses grazile Tier gehört zur Familie Tipulidae und ist eine Riesenschnake (lat. Tipula maxima). Die Schnake kann nur Flüssigkeit auftupfen, also Wasser, Nektar oder offen austretende Pflanzensäfte. Hat sie nicht wunderschön gezeichnete Hautflügel?

Neben wilden Tieren wie Fuchs, Dachs, Hirsch und Reh, zahlreichen Vogelarten und vielfältigen Insekten kann man natürlich auch Nutztieren antreffen.Wer seinen Kindern eine besondere Freude machen will, mietet ein Pony im benachbarten Lauenstein zum Reiten oder besucht einfach das Wildgehege.

Pilze

Vielfältig sind die Erscheinungsformen und Arten der Pilze, nachfolgend zeige ich ein paar Beispiele von interessant oder einfach nur schön anzuschauenden Pilzen der Umgebung. Eine Essbarkeit wird ausdrücklich nicht bewertet, hier geht es alleinig um das mögliche Antreffen. Lärchenröhrlinge, Perlpilze, Maronen, Wiesenchampignons und weitere essbare Pilze kann man ebenso finden wie Exemplare von mehr oder minder guter Genussverträglichkeit. Allein schon die Farben und Formen sind jedoch eine Betrachtung wert und es muss ja nicht immer nur um das Essen gehen.

Man braucht zwar nicht unbedingt ein Fernglas, um die Pilze zu entdecken, aber ein bisschen aufmerksam sollte man schon durch die Wälder und Wiesen streifen.

Der zu den Korallenpilzen gehörende Goldene Ziegenbart ist ebenso grazil wie der Stinkmorchel. Dieser wächst aus einem „Hexenei“ in der Nacht innerhalb weniger Stunden bis zu 20 cm und trägt auf seinem Hohlstiel eine olivgrüne, stark nach Aas riechende Sporenmasse. Diese lockt Aasfliegen an, die durch das Fressen der Masse und Ausscheiden der Sporen an anderem Ort zur Verbreitung des Pilzes beitragen. Doch auch die samtige Kappe der jungen Marone ist ebenso sehenswert wie der giftige Fliegenpilz und auch der Flaschenstäubling kann bizarre Formen annehmen. Über die Einordnung der sog. Schleimpilze in das Tier- oder Pflanzenreich ist sich die Wissenschaft immer noch nicht einig. Sie haben Merkmale von beidem.

...vielen Dank für diesen Beitrag an unsere Stammgäste Familie Marschall.